Projekt+Verlag Dr. Erwin Meißler

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Zossen-Wünsdorf 1945

Bücher und Broschüren

Die letzten Kriegswochen im Hauptquartier des OKH

In der vorliegenden Publikation werden, nachdem im Heft Deckname "Zeppelin" die Baugeschichte und die Ausmaße, sowie die Inbetriebnahme im August 1939 und die Nutzung der 24 Zossener Bunker des Heeres bis zur Inbesitznahme durch die Rote Armee am 20. April 1945 anschaulich und sachlich beschrieben und dokumentiert wurden, die Ereignisse und Zusammenhänge geschildert, die sich in den letzten Wochen und Tagen des Zweiten Weltkrieges im Hauptquartier des Oberkommandos des Heeres in Zossen-Wünsdorf abspielten und schließlich am 20.April 1945 mit der fluchtartigen Räumung vor den von Süden nach Berlin vorstoßenden sowjetischen Panzern ihren dramatischen Höhepunkt erreichten.

An Hand zahlreicher Detailinformationen - sachkundig eingeordnet in die militärische Gesamtlageentwicklung der Jahre 1943 bis 1945 - zeichnet der Autor ein anschauliches Bild eines bislang weitgehend unbekannt gebliebenen Geschehens in der Endphase des Zweiten Weltkrieges. Darin spiegelt sich zugleich die Absicht und das Bestreben der deutschen Militärs wider, bei Kriegsende zumindest die Führungsorganisation des Heeres intakt und arbeitsfähig zu erhalten, um bei der in den Maitagen 1945 erhofften und erwarteten Konfrontation der Siegerstaaten der Antihitlerkoalition einen Trumpf in der Hand zu halten.

Mit dem vorliegenden Heft werden diese, in der militärhistorischen Forschung bisher kaum Beachtung gefundenen Aspekte der Führungsorganisation des deutschen Heeres in der Endphase des Krieges, an konkreten und wissenschaftlich belegten Gegebenheiten sichtbar gemacht. Die sachkundige und vorurteilsfreie Darstellung des Geschehens wird - wie schon die Thematik des ersten Heftes - eine breite Öffentlichkeit erreichen und nicht nur den Historiker, sondern alle zeitgeschichtlich interessierten Leser ansprechen.

Die Anfänge des allmählichen Niederganges der militärischen Führungsorganisation Hitlerdeutschlands sind schon im Jahre 1943 zu suchen. Mit dem Scheitern der Offensive im Kursker Bogen und der nicht zu verhindernden Landung der westlichen Alliierten auf Sizilien setzten sich im Sommer 1943 die Niederlagen der deutschen Wehrmacht fort, die in Stalingrad im Januar ihren Anfang genommen und im Mai zur Aufgabe des nordafrikanischen Kriegsschauplatzes geführt hatten. Hinzu kamen die immer wirkungsvoller werdenden Luftangriffe der Alliierten auf das Reichsgebiet, denen in zunehmendem Maße nicht nur die Zivilbevölkerung und Einrichtungen der Wirtschaft zum Opfer fielen.

In dem Maße, wie sich seit 1943 die Bombenschäden im Deutschen Reich im Allgemeinen und in Berlin im Besonderen ausweiteten, wurde auch die militärische Führungsorganisation davon betroffen. Im Sommer 1943 hatte diese Entwicklung einen Stand erreicht, der die politische und militärische Führung zum Handeln zwang. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, begann die Vorbereitung einer breit angelegten Evakuierung der obersten Reichsbehörden und der militärischen Führungsorgane in weniger gefährdete Stadtgebiete von Berlin und in das nähere Umland der Reichshauptstadt. Die Gesamtorganisation dieser Maßnahmen hatte Hitler dem Befehlshaber des Ersatzheeres übertragen.

In den Evakuierungsplanungen der Wehrmacht spielte der im Süden Berlins gelegene Raum Zossen-Wünsdorf-Kummersdorf-Jüterbog eine besondere Rolle. Hier verfügte man zu dieser Zeit noch über zahlreiche unzerstörte militärische Anlagen und Baulichkeiten sowie über voll funktionsfähige Nachrichtenverbindungen.

Spätestens jetzt wurde die strategische Bedeutung des großen Fernkabelringes um Berlin sichtbar, der schon vor dem Kriege im Zusammenhang mit dem Bau der Bunker des Hauptquartiers des OKH "Zeppelin" in Zossen und des Luftwaffenhauptquartiers "Kurfürst" in Potsdam-Wildpark errichtet worden war. Damit schienen alle Voraussetzungen gegeben zu sein, um auch unter den nunmehr komplizierteren Bedingungen die militärische Führung ohne Einschränkungen aufrechterhalten zu können.

Als diese Planungen dann aber schneller als erwartet in die Tat umgesetzt werden mußten, zeigten sich ihre Schwächen und Probleme. Zum Ausdruck kamen sie insbesondere in der Konzentration und Ballung einer Vielzahl von Stäben und Dienststellen in der Garnison Zossen-Wünsdorf, die dort - entgegen den ursprünglichen Planungen - in unmittelbarer Nachbarschaft mit dem eigentlichen Hauptquartier des OKH untergebracht werden mußten. Und als nach dem Scheitern der Ardennenoffensive Anfang 1945 dort auch noch der Führungsstab des Oberkommandos der Wehrmacht unterkommen mußte, steigerten sich die Unterbringungsschwierigkeiten zum absoluten Höhepunkt. Immerhin kann man für Ende 1944 mit einer Gesamtzahl von etwa 25.000 bis 30.000 Militärangehörigen der in Zossen-Wünsdorf untergebrachten Stäbe und Dienststellen rechnen.

Ohne auf jede einzelne dieser Dienststellen eingehen zu können, schildert die vorliegende Dokumentation den auf Zossen-Wünsdorf bezogenen Teil der Entwicklung und des Niederganges der Führungsorganisation des deutschen Heeres in den Jahren 1943 bis 1945. Im Mittelpunkt der Darstellung stehen die Ereignisse der letzten Kriegswochen in Zossen-Wünsdorf, die von der schrittweisen Räumung des Hauptquartiers des OKH zur Aufrechterhaltung seiner Funktions- und Führungsfähigkeit bestimmt waren. Die dafür gewählte Form einer tagebuchartigen Aufzeichnung läßt die Dramatik und Spannung in der Endphase des Zweiten Weltkrieges aus einer bisher nicht bekannten Sicht deutlich werden.

Autor: Hans Georg Kampe
ISBN: 978-3-932566-18-9
17x24 cm, Br., 80 Seiten
Preis: 9,10 €


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