Projekt+Verlag Dr. Erwin Meißler

Suche

Direkt zum Seiteninhalt

Preußische Eisenbahntruppen 1871-1945

Bücher und Broschüren

Die königliche Militäreisenbahn und die Eisenbahnübungsplätze im Süden Berlins

Erstmalig wird ein mehr als siebzig Jahre währender und der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt gebliebener Abschnitt der Militär- und Garnisonsgeschichte Berlins und des südlichen Umfeldes der Hauptstadt dokumentiert.

Am Beispiel der Eisenbahntruppen zeigt die gut recherchierte und wissenschaftlich fundierte Dokumentation besonders deutlich die Abhängigkeit des Militärwesens von der technisch-wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft. Militärhistorische Abläufe in Vergangenheit und Gegenwart sind immer auch an die allgemeine und speziell heimatgeschichtliche Entwicklung eines Ortes oder einer Region gebunden.

Die interessant geschriebene und mit zahlreichen Abbildungen informativ gestaltete Ausarbeitung stellt die Entstehung und Nutzung der "Königlichen Militäreisenbahn" Berlin-Kummersdorf-Jüterbog in den ursächlichen Zusammenhang zur Formationsgeschichte der preußischen Eisenbahntruppen. Ursprüng-lich als Ausbildungsbahn für die Militäreisenbahner gedacht, entwickelte sie sich in den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts zu einem Wahrzeichen und Aushängeschild der Hauptstadt des deutschen Kaiserreiches. Mit unverhohlenem Stolz sprachen die Berliner damals von ihrer Militärbahn. Unbestritten ist auch ihre wirtschaftliche Bedeutung für die im Süden an Berlin grenzende Region der Mark Brandenburg und für die damalige kaiserliche Hauptstadt selbst. Ein großer Teil der Baumaterialien - insbesondere gebrannte Ziegel - die der städtische Bauboom in den Jahren nach dem Deutsch-Französischen Krieg beanspruchte, wurde im Teltower Kreis hergestellt und mit der K.M.E., wie die Bahn abgekürzt genannt wurde, in die Stadt gebracht.

Wenn am Ende des Ersten Weltkrieges und mit dem Versailler Vertrag auch der Abbau der Königlichen Militäreisenbahn erfolgte; brachte dies im Ablauf der historischen Entwicklung der deutschen Eisenbahntruppen jedoch nur eine zeitweilige Unterbrechung.

Die forcierte Aufrüstung Hitlerdeutschlands ließ diese Spezialtruppe in den dreißiger Jahren - nun als Eisenbahn-Pioniere - wieder entstehen. Dabei konnte man in dem relativ kurzen Zeitabschnitt ihrer Vorbereitung auf einen neuen, den Zweiten Weltkrieg, auf alten Erfahrungen aufbauen. Und auch die weitgehend erhalten gebliebene vormalige Ausbildungsbasis der Eisenbahntruppen im Süden Berlins erweckte man nicht nur zu neuem Leben, sie wuchs noch um ein Vielfaches.

Unter Zugrundelegung langjähriger umfangreicher Forschungsergebnisse hat der Autor die technisch-organisatorische und ausbildungsmäßige Vorbereitung der Eisenbahntruppen auf zwei Weltkriege in den Mittelpunkt seiner Ausarbeitung gestellt. Demgegenüber werden wegen der Menge des zu verarbeitenden Stoffes die Kriegseinsätze der Eisenbahn-Pionierformationen nur gestreift.

Darüber hinaus geben die Forschungsergebnisse des Autors einen äußerst interessanten Einblick in die vielgestaltige Verknüpfung der Formationsgeschichte der deutschen Eisenbahntruppen mit ihrer einstigen, im Süden Berlins gelegenen Ausbildungsbasis. In dem Zusammenhang wird besonders deutlich, daß die mehr als siebzig Jahre zählende Truppengeschichte und die Vorbereitung der deutschen Eisenbahn-Pioniere auf zwei Weltkriege immer in einem ganz engen Zusammenhang mit der im Teltower Kreis gelegenen Region Rehagen-Klausdorf-Sperenberg gestanden hat. Die hier bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bestehenden weitflächigen Übungsplätze bzw. Garnisonen bestimmten viele Jahrzehnte lang maßgeblich nicht nur das Leben der Truppe, sondern auch die Geschicke der Menschen und damit die Heimatgeschichte in diesem Lebensraum.

Unter Beachtung dessen bildet die Untersuchung und Darstellung der Entstehung der Übungsplätze und Garnisonen, ihres Ausbaus und ihrer wechselvollen Nutzung im Laufe der Jahre einen wichtigen und wertvollen Beitrag zur regionalen Heimatgeschichte.

Da trotz mehr als vierzigjähriger Nachkriegsnutzung durch die sowjetisch/russischen Streitkräfte in der beschriebenen Region zahlreiche objektbezogene Rudimente einstiger preußisch/deutscher Militäranlagen erhalten geblieben sind, konnten durch Studien vor Ort bisher gewonnene theoretische Erkenntnisse vertieft und die wenigen, den Krieg überdauernden jahrzehntelang geheim gehaltenen - archivalischen Quellen überprüft werden.

Auf diese Weise skizziert die vorliegende Dokumentation nicht nur die Entwicklungsgeschichte der deutschen Eisenbahntruppen in Berlin, sie zeichnet darüber hinaus auch ein anschauliches und wissenschaftlich fundiertes Bild des militärhistorischen Geschehens in der, einstmals von der Königlichen Militäreisenbahn durchfahrenen Region Zossen-Rehagen-Klausdorf-Sperenberg-Kummersdorf.

Autor: Hans Georg Kampe
ISBN: 978-3-932566-20-2
17x24 cm, Br., 80 Seiten
Preis: 9,10 €


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü